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Eigenverlag Dr. Elisabeth Anzenberger
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FANFAREN für 4 Trompeten in B von Josef Bayer, Arr. F. Anzenberger

Vorwort

Anlaß für die Komposition dieser Fanfaren war das 25. Stiftungsfest der Schlaraffia-Vindobona am 2. Dezember 1905 in Wien. Die Schlaraffia, eine Vereinigung von Künstlern und Kunstfreunden zur Pflege von Geselligkeit, Kunst und Humor unter vorgeschriebenem Zeremoniell, wurde wahrscheinlich 1859 in Prag gegründet und war vor allem in Österreich und Deutschland verbreitet. Die Mitglieder bedienten sich als Schlaraffen einer pseudohistorischen Sprache und erhielten fiktive Ritternamen, die sich oft auf das Leben des Namensträgers bezogen.

Als Komponist der Fanfaren ist am Titelblatt der Ritter Puppenfee der Partiturenreiche angeführt; die Noten sind nur in einer Abschrift aus dem Jahre 1907 überliefert. Es handelt sich dabei um Josef Bayer (1852-1913), der ab 1885 Ballettkapellmeister an der Wiener Hofoper (heute Staatsoper) war und der ab 1902 der Schlaraffia-Vindobona angehörte. Bayer war zu Lebzeiten der meistaufgeführteste Ballettkomponist der Welt; sein erfolgreichstes Werk war Die Puppenfee, die 1888 erstmals gespielt wurde. Dieses Ballett, das in hunderten Aufführungen um die Welt ging (allein in der Wiener Hofoper stand es anfangs zwei- bis viermal pro Woche auf dem Spielplan!), brachte schon nach vier Jahren eine Million Gulden an Tantiemen ein. Generationen von Wiener Bürgerfamilien führten ihre Kinder mit der Puppenfee in die Welt des Theaters ein.

Bayers Fanfaren sind sehr kurz (vier bis sechs Takte), nur die abschließende Praga (Bezeichnung für die Schlaraffia in Prag) ist etwas länger. Sie verwenden typische Fanfarenmotive mit Tonrepetitionen, punktierten Rhythmen und gelegentlich auch Dreiklangszerlegungen; alle Stücke schließen in einem lange gehaltenen Schlußakkord. Die Harmonik verrät die Nähe zu den Spätromantikern Verdi und Wagner – Bayer war mehrere Jahre Geiger in der Hofoper und hatte ihre Opern wohl oft gespielt. Er kam auch mit Bläsermusik in Kontakt; Bayer leistete seinen Militärdienst bei der Musik des berühmten Wiener Traditionsregiments Nr. 4 "Hoch- und Deutschmeister" ab.

Bayers Fanfaren sind sehr effektvoll für Trompeten komponiert; sie klingen festlich und strahlend. Aufgrund ihrer leichten Ausführbarkeit stellen sie eine wertvolle Bereicherung des Repertoires für Trompetenensembles dar, da solche Stücke von Blechbläsern bei Veranstaltungen immer wieder verlangt werden.



Bayer Fanfaren


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