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Eigenverlag Dr. Elisabeth Anzenberger
Weinheberplatz 1, A-3062 Kirchstetten, Austria
Tel./Fax (+43)(0)2743/8630

BRASS ORIGINAL
Solostücke aus historischen Blechbläserschulen

zusammengestellt von Friedrich Anzenberger

Vorbemerkung zu den Solostücken dieses Heftes

Die Erfindung der Ventile in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erweiterte die spiel­tech­ni­schen Möglichkeiten der Blechblasinstrumente in besonderem Maße. Virtuose Solisten wett­eiferten um die Gunst des zahlungskräftigen Publikums und auch viele Amateure begannen mit dem Kornett-Spiel. Das damals sehr populäre Instrument liegt klanglich etwa zwischen Flügel­horn und Trom­pete.

Allein für Trompete, Flügelhorn und Kornett erschienen im 19. Jahrhundert mehr als 200 (!) Lehr­­werke, dazu kamen noch Dutzende für die anderen Blechblasinstrumente. Es ist daher sehr nahe­liegend, diesen reichen musikalischen „Schatz“ auch unserer bläse­rischen Jugend zu­gänglich zu machen. Die meisten in dieser Sammlung enthaltenen Stücke sind aus In­stru­mentalschulen aus die­ser Zeit, die in der Regel nur mehr in öffentlichen Sammlungen vor­han­den sind, u. a. in den National­bibliotheken in Wien und Paris, in der British Library in Lon­don und in der Konser­vatoriumsbibliothek in Mailand. Der folgende Abschnitt stellt die heute größten­teils unbekannten Kom­ponisten kurz vor:

Joseph Jean-Baptiste Laurent ARBAN (1825-1889) schrieb 1864 die wichtigste Blech­bläser­­schule aller Zeiten, die auch heute noch wesentlicher Bestandteil der Trompeten­ausbil­dung ist. Er erlangte auch Bedeutung als Kornettsolist und Leiter eines Unterhaltungs­orchesters, mit dem er durch halb Europa reiste.

Joseph BAYER (1852-1913) war Ballettkapellmeister an der Wiener Hofoper (heute Staats­oper); sein größter Erfolg war das Ballett „Die Puppenfee“. Die hier enthaltenen Fanfaren sind nur hand­schriftlich überliefert, in einer Sammlung von 12 Stücken aus dem Jahr 1905. Bayer war übrigens auch Musiker bei den „Hoch- und Deutschmeistern“ in Wien. Die voll­ständige Sammlung von 12 Fanfaren für vier Trompeten ist in der eaf-edition erschienen.

Benedetto BERGONZI (1790-1840) war in der Lombardei (damals bei Österreich, heute Italien) als Hornvirtuose und Komponist aktiv. Er konstruierte ein Klappenhorn (eine Vor­form der mo­der­nen Ventilinstrumente) und schrieb Übungen für Horn und Trompete.

Oskar BLUME ist heute nur noch bekannt als Autor von Etüden für Trompete und Kornett, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erschienen sind.

David BUHL (1781-1860) leitete die Musik der königlichen Garde in Paris. In seiner 1825 ge­­druck­ten Trompetenschule, die die erste bedeutende Anweisung für dieses Instrument in Frankreich war, findet sich auch die in diesem Heft enthaltene Polonaise sowie die Sicilienne. Buhl schrieb auch Militärsignale für die französische Armee.

Pierre François CLODOMIR war in Paris in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts tätig und ver­fasste eine Vielzahl von Lehrwerken für Blechblasinstrumente.

COLETTI - sein Vorname ist unbekannt - schrieb in den 1840er Jahren in Mailand Schulen für Flügelhorn und für Klappentrompete.

François Georges Auguste DAUVERNÉ (1800-1874) gilt als der bedeutendste französische Trom­peter des 19. Jahrhunderts. Er lehrte am Pariser Konservatorium und war auch an der Ent­­wicklung der Ventiltrompete maßgeblich beteiligt. Dauverné ist Autor mehrerer Blech­bläser­schulen und hat auch Stücke für Trompetenensemble geschrieben.

Joseph FAHRBACH (1804-1883) gehörte zu einer berühmten Wiener Musikerdynastie, war Flötist in der kaiserlichen Hofkapelle und diente auch als Militärkapellmeister in der öster­reichisch-ungarischen Monarchie. Er schrieb mehrere Lehrwerke für Blasinstrumente; die Polka stammt aus der 1862 erschienenen Flügelhornschule.

J. HYDE lebte um die Wende von 18. zum 19. Jahrhundert in England und gilt als der wich­tig­ste Blech­­bläser seiner Zeit. Seine um 1799 erschienene Schule für Natur- und Zug­trompe­te (eine Vor­form der modernen Ventiltrompete) enthält den Festlichen Marsch, der im Ori­gi­nal für drei Trom­peten gedacht ist. Diese Stück und 11 weitere Trios sind auch als Neuaus­gabe in der eaf-edition er­schienen.

Richard HOFMANN (1844-1918) schrieb mehrere Instrumentalschulen und Übungshefte, die frü­her weit verbreitet waren. Seine Melodischen Studien (im 2. Band befindet sich die hier ent­hal­tenen Stücke) werden teilweise auch heute noch im Musikunterricht verwendet.

Julius KOSLECK (1825-1905) war der Autor der bedeutendsten deutschen Blechbläser­schu­le des 19. Jahrhunderts. Mit seiner „Bachtrompete“ war er Wegbereiter der historischen Auf­führungs­­praxis der Barockmusik.

Gustavo ROSSARI (1827-1881) genoss als Lehrer am Konservatorium und Leiter der städti­schen Musikkapelle in Mailand einen ausgezeichneten Ruf. Er war auch erster Hornist im be­rühm­ten Mailänder Opernhaus, in der Mailänder Scala. Die hier abgedruckten Stücke stam­men aus seiner Schule für Kornett, Flügelhorn und Bassflügelhorn.

Johann STRAUSS Sohn (1825-1899), der als Operetten- und Tanzkomponist Weltruhm er­langt hat, hat in seinen Werken nicht nur den Streichern, sondern oft auch den Blechbläsern wich­ti­ge Auf­gaben anvertraut. Straussissimo ist eine Zusammenstellung von einzelnen Walzer­teilen in Form eines Quodlibets, in denen die Trompete das melodieführende Instru­ment ist. In der eaf-edition ist auch eine etwas erweiterte Ausgabe mit Klavierbegleitung er­schienen.

Wilhelm WURM (1826-1904) stammte aus Deutschland und war seit 1848 in Petersburg. Er lehrte am Moskauer Konservatorium, trat als Kornettvirtuose auf und schrieb Schulen und Etü­den für Blechblasinstrumente.


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